Gert Kekstadt MdHB Ihr SPD-Bürgerschaftsabgeordneter für Bergedorf

Bürgerschaftsrede am 14.02.2018

Rede in der Hamburgischen Bürgerschaft am 14.02.2018 zum Thema “Konzept für angewandte Forschung in der Agrarwirtschaft sowie Stellungnahme des Senats zu dem Ersuchen der Bürgerschaft vom 27. September 2017 ‘Leistungskraft und Zukunftsfähigkeit der Hamburger Agrarwirtschaft durch angewandte Forschung stärken’ (Drucksache 21/10373)”, Drucksache 21/11820

Frau Präsidentin, sehr geehrte Damen und Herren!

Mit der Drucksache 21/10373 wollten wir die Leistungskraft und Zukunftsfähigkeit der Hamburger Agrarwirtschaft durch angewandte Forschung stärken. Insbesondere haben wir damit den Senat aufgefordert, ein nachhaltiges Forschungskonzept für die Agrarwirtschaft und die Bewirtschaftung der Hamburger Wälder vorzulegen, das unter anderem die Folgen des Klimawandels berücksichtigt. Ziel ist es, die Zukunftsfähigkeit der hamburgischen Agrarwirtschaft zu sichern, und zwar in ihrer gesamten Vielfältigkeit von Ackerbau, Tierhaltung, Gemüse-/ Obstanbau, Gartenbau sowie Forstwirtschaft. Nun hat der Senat mit der Drucksache 21/11820 das geforderte Konzept für angewandte Forschung in der Agrarwirtschaft vorgelegt und zugleich zu unserem eingangs erwähnten Antrag Stellung genommen. Für einen Stadtstaat nicht unwichtig: Der Senat steht zur Hamburger Agrarwirtschaft und bekennt sich zum Ziel, die Landwirtschaft in Hamburg zukunftsfähig zu gestalten. Um dies zu unterlegen, verweist der Senat auf die vielen Forschungsprojekte, die schon seit der Verabschiedung des agrarpolitischen Konzeptes Ende 2014 auf den Weg gebracht wurden. Auf eine Aufzählung der Projekte verzichte ich, da Frau Sparr dies eben ausführlich gemacht hat.

Mit dem Forschungskonzept will der Senat auf die aktuellen und künftigen Herausforderungen, unter anderem des Klimawandels, reagieren. Dazu gehört auch, die Biodiversität zu fördern, den Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln zu reduzieren und die Chancen und Risiken der Digitalisierung zu beleuchten.

Wir alle wissen zwar, dass zum Beispiel die Zunahme von Starkregenereignissen auf den Klimawandel zurückzuführen ist. Doch die Daten und Forschungsergebnisse zum Klimawandel müssen auch in Bezug zur Hamburger Agrarwirtschaft gesetzt werden, um dieses Wissen konkret nutzen zu können. Dann erst können wir abschätzen, wie sich die Hamburger Agrarwirtschaft anpassen muss. Denkbar wären klimagerechte Produktionssysteme und die Züchtung von klimagerechten Pflanzenarten. Auch der Zunahme von Resistenzen könnte durch neue ökologische Pflanzen- schutzmittel entgegengewirkt werden. In diesem Zusammenhang kommt der Biodiversität eine große Bedeutung zu, beugt sie doch der Verarmung der Agrarlandschaft vor. Die Vielfalt der Pflanzen- und Tierwelt erleichtert es, auf den Klimawandel zu reagieren.

Dazu soll zudem die Erforschung des ökologischen Pflanzenschutzsystems … Nebenbei ist es auch ein Aspekt des Naturschutzes und des Tierschutzes. Auch die Digitalisierung der Agrarwirtschaft kann und muss genutzt werden, um durch eine intensive Analyse vorhandener Daten, zum Beispiel zur Bodenqualität und den Niederschlägen, den genauen ortsspezifischen Bedarf der Pflanzen an Dünge- und Pflanzenschutzmitteln zu ermitteln.

Jetzt geht es ums Geld. Um diese Forschung zu finanzieren, stellt der Hamburger Senat ab 2019 jährlich 500 000 Euro zur Verfügung. Angesichts dieser Herausforderungen, unter anderem des Klimawandels, ist dieser Betrag für die Agrarwirtschaft ein gut angelegtes Geld.

Auf die Diskussion im Wirtschaftsausschuss, da wir die Mitteilung des Senats und den Antrag überweisen, freue ich mich jetzt schon.

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.

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