Gert Kekstadt MdHB Ihr SPD-Bürgerschaftsabgeordneter für Bergedorf

Green Economy

Definition

Der Begriff „Green Economy“ beschreibt eine Wirtschaftsweise, die das Klima schützt, kontinuierlich schädliche Emissionen und  Schadstoffeinträge in die Umwelt reduziert, auf einer Kreislaufwirtschaft beruht, den Ressourcenverbrauch absolut senkt und grundsätzlich im Einklang mit der Natur und Umwelt agiert

Beginn

Eine Wirtschaftsweise, welche die natürlichen Grundlagen des Wirtschaftens zerstört, schafft keinen dauerhaften Wohlstand. Diese Erkenntnis führte dazu, dass im Jahr 1989 der Begriff der „Green Economy erstmals in der umweltökonomischen Debatte auftauchte.

Forschungsagenda

Im Jahr 2012 hat die Staatengemeinschaft beim Umweltgipfel  Rio+20 die Green Economy weiter konkretisiert. Dazu hat die Bundesregierung in 2012 den Agendaprozess „Green Economy“ gestartet. Das Ziel ist, die Wandlung zur Green Economy“ durch technologische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Innovationen zu unterstützen und zu gestalten. Weiter ist zu hinterfragen, wie sich der Arbeitsmarkt i.w.S. anzupassen hat.

Laut Umweltprogramm der Vereinten Nationen ist der Übergang zu einer sozial-ökologischen Marktwirtschaft dann zu schaffen, wenn bis 2050 jährlich 2% des weltweiten Bruttoinlandsprodukts (BIP) (gegenwärtig ca. 1,3 Billionen US-Dollar) investiert werden in den ökologischen Wandel von Schlüsselsektoren wie Landwirtschaft, Bauwesen, Energieversorgung, Industrie, Transportwesen oder Abfall- und Wasserwirtschaft.

Die Forschungsagenda bezieht Perspektiven der Wirtschaft, der Wissenschaft und gesellschaftlicher Gruppen ein. Akteure dabei sind:

  • Unternehmen

Erfolgreiche Forschungs- bzw. Entwicklungsergebnisse müssen auch die praktische Umsetzung am Markt überstehen. Insbesondere KMUs gehen häufig haben ein großes Risiko im F/E-Bereich zu tragen. Daher sollten passgerechte und praktikable Förderinstrumente bereitgestellt werden. Es ist weiterzuvermitteln, wie Unternehmensneugründungen im Rahmen von Green Economy gefördert werden können.

  • Wissenschaft

Forschung für die Entwicklung zur Green Economy soll anwendungsnah und bedarfsorientiert sein. Der Weg zur „Green Economy führt über technologische und gesellschaftliche Innovationen, denn nur gesellschaftlich akzeptierte und in der Breite angenommene Innovationen können für eine nachhaltige Lebens- und Wirtschaftsweise bedeutsam werden.

  • Politik

Der gesamtgesellschaftliche Wandlungsprozess bedarf einer Governance (Verwaltung), die international wie national, auf Landesebene und kommunaler Ebene geeignete Rahmenbedingungen setzt und mit den Stakeholdern aushandelt.  Der Staat lässt dabei so viel Markt, Wettbewerb und Spielraum für individuelle Kreativität wie möglich. Dabei ist die Ausgestaltung eines staatlichen Ordnungsrahmens erforderlich.

  • Zivilgesellschaft

Die Transformation zur Green Economy betrifft die gesamte Gesellschaft. Die BürgerInnen bringen ihre Interessen und Bedarfe in Agendaprozesse und Bürgerdialoge ein. In der „Green Economy erhalten sie eine neue Rolle, z.B. Finanzgeber, Teilhaber in Genossenschaften, … .

→ Wichtiger Nebenaspekt ist die Beteiligung der ArbeitnehmerInnen:
  • Fair und gut bezahlte Arbeit
  • Nachhaltigkeit (unbefristete Anstellungen)
  • Weiterqualifizierung

Im Rahmen der Forschungsagenda soll die Entwicklung zur „Green Economy in den folgenden sechs Handlungsfeldern durch anwendungsnahe Forschung unterstützt werden:

1. Produktion und Ressourcen:  Wasser und Land

Zu den zentralen Themen gehört ein schonender Umgang mit endlichen Ressourcen bei der Produktion von Konsum- und Investitionsgütern. Dabei darf die sichere Rohstoffversorgung nicht gefährdet werden. Gleichwohl muss eine nachhaltige Wirtschaftsweise künftig weniger auf fossilen Rohstoffen basieren als vielmehr zunehmend auf nachhaltig produzierten erneuerbaren Ressourcen und Produkten sowie auf natürlichen Stoffkreisläufen.

Im Kontext einer  „Green Economy „ muss eine umweltverträgliche Rohstoffwirtschaft sowohl auf eine relative als auch auf eine absolute Entkopplung abzielen:

  • Höhere Effizienz und technische Innovation eine Entkopplung von Wohlstand bzw. Wirtschaftswachstum und Rohstoffverbrauch,
  • Wohlstand von Umweltbelastungen entkoppelt werden.
→ Nachhaltige Wasserwirtschaft

In den letzten 50 Jahren hat sich die weltweite Wasserentnahme verdreifacht; in vielen Ländern hat die Verschmutzung von Grundwasser und Oberflächengewässer stark zugenommen, beispielsweise durch den Schadstoffeintrag, der durch Pestizide und Düngermittel verursacht wird.

  • Energieautarke Kläranlagen

Nutzung von Biogas in hocheffizienten BHKW liefert Klärwerken Strom und Wärme

  • Schwermetalle bleiben hängen

Filtersystem reinigt Straßenabwasser von Schadstoffen

→ Bioökonomie

Einen Schwerpunkt stellt dabei die Entwicklung von Agrarsystemen der Zukunft dar. Damit eine Intensivierung der Agrarproduktion nachhaltig zu gestalten ist, sind systemische Ansätze erforderlich, die fortschrittliche Technologien nutzen und die spezifischen Standortanforderungen einbeziehen.

* Forschung zu CO2 als neuer Kohlenstoffquelle / Düngermittel

Der Abbau der CO2 Emissionen stellt die Politik, Gesellschaft und  Wirtschaft vor enorme Herausforderungen. Ein Problem ist neben der technischen Machbarkeit insbesondere die Wirtschaftlichkeit. Die Verwendung von CO2 als Rohstoff bislang noch keine wirtschaftliche Nutzungsalternative darstellt.

CO2 kann aber auch als Düngermittel für die Blumenaufzucht  genommen werden.

→ Kreislaufwirtschaft (inkl. Abfallvermeidung und Wiederverwendung)

Die Schließung von Stoffkreiskreisläufen ist ein wichtiger Baustein der „Green Evonomy“. Die Begrenzung der Abfallmengen und die optionale Verwendung des Abfallaufkommens sind die zentralen Anliegen einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft. Dienstleistungen und Infrastruktur im Bereich Abfallsammlung,  –transport und –trennung sind die Voraussetzungen für die Abfall -verwertung.

* Hightech-Alchemie (Aurubis AG)

Aus Anodenschlämmen lassen sich Edelmetalle zurückgewinnen.

*Zweite Chance für ausrangierte Kleider

Sammelboxen im Einzelhandel fördern Recycling und belohnen die Kunden

Urbane Produktion

Vor dem Hintergrund einer zunehmenden Urbanisierung werden Konzepte für die lokale, urbane Produktion, gegebenfalls auch im Kontext von „Megastädten“ entwickelt und umgesetzt. Produktionstätigkeiten dürfen keine größeren Belastungen für das Umfeld bringen als modernes Wohnen.

2. Nachhaltigkeit und Finanzdienstleistungen

Es geht darum, langfristig gesicherte Finanzmittel für Innovationen, Unternehmen, Geschäftsmodelle, Großprojekte  und im Cleantech-Bereich bereitzustellen.

3. Nachhaltiger Konsum

Jeder Einzelne muss sein Verhalten bezüglich der Einhaltung nachhaltiger Konsummuster prüfen und ggfs. bereit zu sein, es zu ändern.

4. Nachhaltige Energieversorgung und Nutzung in der Wirtschaft

Das Energiekonzept der Bundesregierung strebt eine Minderung des Primärenergieverbrauchs um 50% bis zum Jahr 2050an. Über 40% des Gesamternergieverbrauchs und rund 70% des Stromverbrauchs entfallen heute auf den Sektor Industrie, Gewerbe, Dienstleistungen und Handel.

5. Nachhaltige Mobilitätssyteme

Im Jahr 2050 könnten auf der Erde 2,5 Milliarden Autos unterwegs sein – doppelt so viele wie 2010. Auch das Frachtaufkommen im Güterverkehr wird bis 2050 deutlich zunehmen. Der Verkehrssektor ist eine entscheidende Größe im Kampf gegen die globale Erwärmung; auf ihn entfällt etwa ein Fünftel der CO2-Emissionen. Weitere schädliche Faktoren sind Lärm, Ausstoß von Luftschadstoffen und Feinstaub.

*Algen für den Flugzeugtank

Biokerosin kann die CO2-Emissionen der Luftfahrtindustrie senken.

*Filigrane Bohrtechnik

Ultrakurzpulslaser optimiert die Benzin-Direkteinspritzung und senkt den Treibstoffverbrauch.

6. Infrastrukturen und intelligente Versorgungssysteme für die Zukunftsstadt

Die Urbanisierung ist derzeit ein weltweiter Entwicklungstrend.  Städtische Raum- und Infrastrukturen müssen sich an den Klimawandel, den demografischen und ökonischen Strukturwandel sowie veränderte Nutzungsansprüche von Bürgerschaft und Unternehmen anpassen.

 

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>